Wortbetrachtung durch ( als Adverb )
1. fertig sein: Ich bin mit den Hausaufgaben durch.
2. Schluss machen mit jemand: Mit ihm bin ich durch.
3. etwas durchstehen: Da muss ich allein durch.
4. zeitlich vorbei: Es ist 3 Uhr durch.
5. durchkommen: Endlich sind wir ( durch die Passkontrolle ) durch.
6. abgenutzt: Die Schuhsohlen sind durch.
7. durchgebraten, durchgereift usw.: Das Fleisch ist durch. Der Käse ist noch nicht ganz durch.
8. durch und durch: Er ist durch und durch verlogen.
9. unten durch: Nach der Gemeinheit ist er bei mir unten durch.
Autor: Hubertus Nerlich
schlagen
Wortbetrachtung schlagen
aufschlagen draufschlagen
Aufschlag: Aufschlag beim Tennis, Preisaufschlag
abschlagen ( Ball, Bitte ) abgeschlagen auf dem letzten Platz landen
sich abgeschlagen fühlen. Abschlag ( Ball, Teilzahlung ) Abgeschlagenheit, abschlägig bescheiden
anschlagen ( Medikament, Plakat ), angeschlagen sein veranschlagen
aufschlagen ( Buch ), Versandkosten draufschlagen, Aufschlag
ausschlagen ( Angebot, Bäume schlagen aus, einen Zahn ) – den Ausschlag geben, ausschlaggebend . herausschlagen
einschlagen ( Scheibe, Anklang finden, Bombe, einen Weg, ein Angebot annehmen ) Einschlag einschlägige Erfahrungen
dreinschlagen
beschlagen ( Pferde, mit Nägeln ) in Beschlag nehmen, Beschlagnahme, beschlagen sein
nachschlagen ( ein Wort im Wörterbuch ), Nachschlag bei Tisch
verschlagen / Ball, es hat mich irgendwohin verschlagen
ein verschlagener ( Adjektiv ) Intrigant, Bretterverschlag –
überschlagen ( Fz, Rechnung ) Handstand-Überschlag, über die Stränge schlagen, sich vor Eifer überschlagen, überschlägig
umschlagen ( Ware, Wetter, Stimmung ), sich herumschlagen mit, Buch-Umschlag, Wetter-Umschlag
unterschlagen ( Geld ) Unterschlagung, Birnen herunterschlagen, Sahne drunter schlagen
vorschlagen Vorschlag
zerschlagen Porzellan ( auch Ü ), Truppen, Zerschlagung
zuschlagen ( Faust, Kauf ) Zuschlag
zusammenschlagen
lassen
Wortbetrachtung lassen
Die Bedeutungsvielfalt hat viele Gesichter.
Beispiel: einlassen / sich einlassen auf etwas / sich einlassen mit jemand, sich einlassen zu, jemand her- oder hineinlassen
Kontexte
Das Badewasser einlassen. Den Holztisch mit Firnis einlassen.
Nach Beginn der Vorstellung wird man nicht mehr eingelassen /
herein- bzw. hineingelassen.
Sich auf ein Abenteuer / auf eine Wette einlassen sie hat sich mit einem Angeber eingelassen, er hat sich zu den Vorwürfen schriftlich eingelassen.
Angemerkt: Reflexivpronomen und die Präpositionen > auf, mit und zu < erschließen neue Bedeutungen.
Worauf beziehen sich > Einlass, Einlassung <?
Beispiel: unterlassen / her- oder hinunterlassen
Kontexte
Das Rauch hier bitte unterlassen. Unterlassene Hilfeleitung. Vorsichtsmaßnahmen unterlassen.
Die Jalousie herunterlassen. Die Kinder zum Spielen hinunterlassen.
Angemerkt: Worauf beziehen sich > Unterlass, Unterlassung <?
Beispiel: auslassen, sich auslassen über, her- oder hinauslassen
Kontexte: einen Buchstaben auslassen, wir haben bei unserem Aufenthalt in Mailand nichts ausgelassen; er hat sich abfällig über seine Kollegen ausgelassen; den Hund her- oder hinauslassen.
Angemerkt: Worauf beziehen sich > Auslass, Auslassung, ausgelassen ( feiern )?
Beispiel: gehenlassen / sich gehenlassen
Kontexte: die jungen Leute zur Party gehenlassen, lass dicht nicht so gehen!
Beispiel: anlassen / sich anlassen / veranlassen
Kontexte: den Motor anlassen, das Licht anlassen; das Unternehmen lässt sich gut an, eine Überprüfung veranlassen.
Angemerkt: > an < hat mit Anfang zu tun, kann aber auch das Gegenteil von > aus < bedeuten, > veranlassen < zielt aber wieder auf einen Anfang. Vergleiche: keinen Anlass zu Beschwerden geben, den Anlasser betätigen, anlässlich des Jubiläums.
Beispiel: verlassen / sich verlassen auf
Kontexte: das Haus verlassen, den Ehemann verlassen, sich auf das Wetter verlassen, sich auf ein Versprechen verlassen.
Angemerkt: Worauf bezieht sich > von allen guten Geistern verlassen sein < Verlass, Verlassenheit, verlässlich, zuverlässig,
unzuverlässig <?
Beispiel: belassen / belassen bei
Kontexte
den Tatort so belassen, wie man ihn vorgefunden hat, jemand in seinem Amt belassen, den alten Boden so belassen, es bei einer Ermahnung belassen
Beispiel: steifen / versteifen / sich versteifen auf
Kontexte: jemand den Rücken steifen, ein Gelenk versteifen, sich auf eine Entschädigung
Betonung
Betonung
Die Betonung führt oft zu Bedeutungsunterschieden.
umschreiben: einen Ausdruck mit anderen Worten umschreiben, entsprechend: Umschreibung
umschreiben: einen Text für die Veröffentlichung umschreiben, die Umschrift eines russischen Namens
übergehen: zur Tagesordnung übergehen, Übergang
übergehen: jemand im Auswahlverfahren übergehen,
umgehen: einen Stau umgehen, Umgehungsstraße
umgehen: sorgfältig mit dem Messer umgehen, der Umgang mit Ausländern
umstellen: das Verfahren umstellen, die Umstellung auf das neue Programm
umstellen: die Polizei hat das Haus umstellt
umfassen: Das Werk umfasst drei Bände. Eine umfassende Darstellung, ein umfassendes Geständnis.
umfassen: Ich muss umfassen, dann kann ich das Möbelstück besser tragen.
unterlegen: der Szene ruhige Musik unterlegen, der Glasplatte einen Filz unterlegen
= unter die Glasplatte einen Filz legen; Unterlage
unterlegen: Partizip zu unterliegen – er ist ihr unterlegen; Unterlegenheit.
umkleiden: sich für die Abendveranstaltung umkleiden, Umkleide
umkleiden: den Festwagen mit Girlanden umkleiden
umreißen: Der Skifahrer hat die Slalomstange umgerissen.
umreißen: ein Problem umreißen, klar umrissene Vorstellungen; aber: Umriss
unterstellen; jemand eine böse Absicht unterstellen; Unterstellung
unterstellen: sich unterstellen, um sich vor Regen zu schützen
überziehen: einen Pullover überziehen, Überzug
überziehen: das Konto überziehen, Überziehung
stoßen
Wir betrachten hier das Verb > stoßen < und seine Zusammensetzungen mit verwandten Substantiven und Adjektiven.
stoßen abstoßen herabstoßen anstoßen aufstoßen aufeinanderstoßen ausstoßen herausstoßen dazustoßen durchstoßen durchstoßen einstoßen gesundstoßen herunterstoßen hinstoßen hin- und herstoßen hineinstoßen nachstoßen niederstoßen umstoßen herumstoßen verstoßen vorstoßen zerstoßen zustoßen zurückstoßen zusammenstoßen
stoßen: Doppelsubstantive siehe unter Wortfamilien
abstoßen Abstoß Abstoßung abstoßend ( als partizipiales Adjektiv )
Abstoß und Abstoßung unterscheiden sich. Der Fußball wird vom Tor abgestoßen
( Abstoß ). Ein implantiertes Organ kann vom Körper abgestoßen werden
( Abstoßung ). Werde ich vom Benehmen eines anderen abgestoßen, empfinde ich sein Verhalten als abstoßend. Die verschiedenen Wortarten übernehmen besondere
Bedeutungsbereiche.
anstoßen: Anstoß anstößig
Kontexte: eine Entwicklung anstoßen, einen Anstoß zur Entwicklung einer neuen Technik gegen. Das Fußballspiel beginnt mit dem Anstoß. Nehme ich an etwas Anstoß, so empfinde ich es als anstößig. Mit > anstoßen < kann ich das nicht ausdrücken. Ich kann aber an einem harten Gegenstand anstoßen oder auf jemands Gesundheit anstoßen ( beachte die Präpositionen > an < und > auf < ).
aufstoßen: Hier steht mir nur die Verbform zur Verfügung. Allerdings kann ich den Infinitiv substantivieren: Ich leide unter häufigem Aufstoßen oder ich muss häufig aufstoßen. Eine Tür aufstoßen. Auch bildlich: die Tür in ein bisher verschlossenes Land oder eine neue Technologie aufstoßen. Redewendung: Diese Kritik ist mir übel aufgestoßen.
ausstoßen, Ausstoß, Ausstoßung: einen Schrei ausstoßen, Wasserdampf ausstoßen, jemand ein Auge ausstoßen, der Hochofen stößt eine bestimmte Menge Stahl aus
( dazu Ausstoß ), jemand aus der Armee ausstoßen ( dazu Ausstoßung ). Der substantivierte Infinitiv ist meist gebräuchlicher als die Ausstoßung.
aufeinanderstoßen: Wegen der Konkurrenz mit > zusammenstoßen,
Zusammenstoß < wenige Anwendungsfälle: zwei politische Konzepte stießen in der Debatte aufeinandergestoßen.
durchstoßen, Durchstoß: Je nach Betonung unterscheiden sich: die Panzer sind bis zur Küste durchgestoßen, die Mauer wurde durchstoßen. Beachte auch die Formen des Partizips. Durchstoß wird immer auf der ersten Silbe betont.
einstoßen, hineinstoßen: eine Tür einstoßen, das Messer ins Fleisch hineinstoßen.
ins Horn hineinstoßen. Keine anderen Wortarten.
umstoßen, herumstoßen
herumstoßen, herunterstoßen, nachstoßen, niederstoßen, umstoßen: Es gibt zahlreiche Verbvarianten ohne gebräuchliche Formen in anderen Wortarten.
Hier aber unumstößlich: eine unumstößliche Tatsache feststellen.
verstoßen, Verstoß, Verstoßung: gegen ein Gesetz verstoßen ( Verstoß ), einen rebellischen Sohn verstoßen ( Verstoßung )
vorstoßen, Vorstoß: in ein neues Gebiet vorstoßen ( Vorstoß )
zerstoßen: Gesteinsbrocken zerstoßen, Muskatnüsse zerstoßen. Kein Substantiv.
zustoßen: mit dem Messer zustoßen, ihm ist etwas zugestoßen ( ein Unfall );
mit Präposition zu: er ist am Bahnhof zu uns gestoßen. Kein Substantiv.
zurückstoßen, Rückstoß: mit dem Wagen zurückstoßen, sie fühlte sich von ihm zurückgestoßen, beim Zurückstoßen hat er ein anderes Fahrzeug bestätigt. Der Rückstoß bei einer Rakete, bei einem Schuss.
zusammenstoßen, Zusammenstoß: die Fahrzeuge sind zusammengestoßen
( Zusammenstoß ), ich bin mit dem Chef wegen meiner Vorstellungen heftig zusammengestoßen.
Man sieht, dass die jeweils verwandten Wortarten oft unterschiedlichen verwendet werden. Als Ersatz kommt der